Dorfgemeinschaftshäuser, MarktTreffs, Dörpsmobile, Jugendprojekte, Wegebau oder Begegnungsorte: Viele Projekte, die das Leben in Schleswig-Holsteins Dörfern stärken, werden heute mit europäischen Fördermitteln ermöglicht. Doch genau diese Unterstützung steht ab 2028 auf dem Prüfstand.
Die Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holstein (ALR), der Schleswig-Holsteinische Gemeindetag (SHGT) und die AktivRegionen Schleswig-Holstein warnen in einem gemeinsamen Positionspapier vor den Folgen der geplanten EU-Reform. Nach den bisherigen Vorschlägen der EU-Kommission könnten Fördermittel für die ländliche Entwicklung künftig zentralisiert, finanziell geschwächt und erfolgreiche Programme wie LEADER deutlich eingeschränkt werden.
Für Schleswig-Holstein hätte das erhebliche Auswirkungen: Rund 80 Prozent der Menschen leben hier im ländlichen Raum. Viele kommunale Projekte wären ohne europäische Unterstützung kaum noch finanzierbar. Allein über die 22 AktivRegionen wurden in der Förderperiode 2014 bis 2022 rund 1.300 Projekte umgesetzt und Investitionen von mehr als 215 Millionen Euro ausgelöst.
Die drei Organisationen fordern deshalb die Landesregierung sowie die schleswig-holsteinischen Abgeordneten im Europäischen Parlament, im Bundestag und im Landtag auf, sich in den laufenden Verhandlungen für eine starke ländliche Entwicklung einzusetzen. Dazu gehören ein eigenständiges EU-Budget für die ländliche Entwicklung, ausreichend Fördermittel für Schleswig-Holstein, die Fortführung des LEADER-Ansatzes, verlässliche Förderquoten und möglichst einfache Verfahren.